Beständigkeit & Wandel…

Hallo liebe Freunde,

nun endlich kommt ein neuer Blog… Ich war im Oktober für 3 Wochen in Tansania und es war wieder mal wunderschön. Neben all den tollen Erlebnissen, wie zum Beispiel zu sehen, wie fantastisch sich unsere Kinder entwickeln, war es dieses mal auch extrem anstrengend. Was mir so Mühe bereitete, erfahrt ihr etwas später in diesem Bericht.

unser Jovin… man muss ihn einfach lieb haben…

Am 7.10. bin ich angekommen und wurde wieder herzlich empfangen. Als erste Überraschung gab es für die ersten 2 Tage schon mal keinen Strom, somit war mir wieder mal ganz schnell klar, dass ich nicht mehr in Europa bin 😉 . Es war aber gar nicht so schlecht. So war die Zeit für Handy und Computer erst mal auf ein Minimum begrenzt, was auch mal ganz gut tut. Ich hatte nicht viel vor in diesem Aufenthalt, doch das sollte sich noch ändern.

Abendessen mit Petroleumlampe, hat was…

Am 3. Tag gab es eine Abschluss Party in der Schule, welche unsere Kinder besuchten und Sharon, Jesca, Brayton und Elia hatten riesen Freude, als ich mit ihnen dort hin ging und sie allen anderen Kindern sagen konnten «that`s our Baba» 😉 (ich war auch ein bisschen stolz als sie das sagten. Sowas berührt einfach…)

Ich hatte einen kompletten Koffer voll mit Kleidern und sage und schreibe 28 Paar Schuhen für sie dabei. Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an Kerstin und ihre Freunde, welche die Schuhe für uns gespendet bzw. organisiert hat/haben. Es war ein mega Spektakel bis alle Kinder eingekleidet waren und jeder die passenden Schuhe hatte, doch es war toll und schön zu sehen, wie Kinder auch an solch einfachen Dingen Freude haben können.

Ich startete auch schon bald darauf meine Werkstatt zu vergrössern und endlich mal den Boden zu betonieren. Denn bis dahin stand ich immer auf dem Sand und alles war uneben und schmutzig. Doch nun bin ich für alle Aufgaben bereit, die auf mich zukommen. Denn wenn wir bauen, werde ich einiges anfertigen müssen. Für die Gebäude selbst oder auch für die Ausstattung.

Fast 2 Wochen lang bin ich mit Harriet immer wieder mal auf Landsuche gewesen, doch leider wieder ohne Erfolg. Das einzige was ich/wir gewonnen haben ist Erfahrung. Es war dasselbe wie schon die Besuche zuvor: Jeder, wirklich jeder wollte uns bescheissen und uns über den Tisch ziehen. Wie gesagt, nach fast 2 Wochen habe ich mich besonnen und abgebrochen. Ich bin tiefster Überzeugung, das richtige Land kommt zur richtigen Zeit und dann wird auch alles Andere passen, es braucht einfach Vertrauen.

Eine ganz grosse Überraschung für unsere Kinder war das Trampolin. Ich habe zufällig jemanden gefunden, der in Tansania Trampoline verkauf und habe kurzerhand eines gekauft. Ich war schon sehr lange auf der Suche danach und nun ist endlich eines da. Ihr könnt euch sicher vorstellen wieviel Spass unsere Kinder daran haben. Sie springen und hüpfen, dass sie sogar vergessen zur Toilette zu gehen ( schon 2x vorgekommen 🙂 )

Ein ganz ganz grosses Danke auch hier an alle Sponsoren, speziell dir, Remo!

Nach den ganzen Schwierigkeiten mit dem Kauf von Land war ich trotz Trampolin und strahlenden, glücklichen Kindern sehr erschöpft und beschloss eine kleine Auszeit zu nehmen. Ich hatte immer Schwierigkeiten, mir so etwas zu gönnen, doch manchmal braucht es das einfach, um wieder Kraft zu tanken und die Dinge wieder klarer zu sehen. So besuchte ich zusammen mit Harriet den Tarangire Nationalpark. Es war gewaltig dort, so viele Elefanten, Zebras und auch Wasserbüffel zu sehen und vor allem mal den Kopf für 2 Tage auszuschalten.

Im letzten Blog erzählte ich euch von meinem Wunsch, Frauen in Tansania zu unterstützen, nun ein bisschen mehr zu diesem Thema.

Ich will speziell jungen oder alleinstehenden Mütter und alten Omas eine Chance geben, sich selbst eine Existenz zu schaffen. Der Punk ist, junge Mütter haben häufig keinen Ehemann, sie dürfen auch nicht mehr zurück zur Schule und sind somit der Armut hoffnungslos ausgeliefert. Oft geschieht es, dass dann die Mütter «abhauen» und das Kind oder die Kinder einfach bei der Oma lassen und nicht mehr auftauchen. Solche Omas will ich auch unterstützen, denn sie rackern und schuften sich für ihre Familie und meist für ihre Enkelkinder fast zu Tode, im wahrsten Sinne des Wortes.

Somit ist mein Plan, diese zwei Gruppen von Frauen zu kombinieren. Ich habe mit Bibi Glory eine Gruppe zusammengestellt welche aus 9 Frauen (6 junge der alleinstehende Mütter und 3 Omas) und 2 Männer besteht. Der Plan ist, für jeden von ihnen ein Stück Land für eine Ernteperiode zu pachten und ihnen die Samen, den Dünge usw. (quasi alles was es braucht) durch einen Kredit zu finanzieren. Nach der Ernte wird es ihnen Möglich sein, den Kredit zurück zu bezahlen und mit dem restlichen Geld zu leben und das Land für die nächste Ernteperiode selbst zu pachten.

eine der Frauen fehlt leider auf dem Foto

Die Ausführung dieses Projekts wird wie folgt von statten gehen:

Die 6 Mütter werden zusammen mit den 2 Männer die Feldarbeit erledigen und die 3 Omas schauen auf die Kinder. Somit müssen die Omas nicht mehr so hart arbeiten und im Gegenzug ermöglichen sie es den jungen Müttern zu arbeiten… win win würde ich sagen.

Zudem werden wir dem jüngeren Mann ein Moped finanzieren, um die Transporte der Gruppe durchführen zu können und um zusätzlich mit anderen Transporten im Dorf, Geld in die Kasse der Gruppe zu bringen. Der ältere Mann in der Gruppe war früher Bürgermeister und wird uns in bürokratischen Angelegenheiten speziell im Dorf behilflich sein. Ich für mich, habe mich schon längst entschieden dieses Projekt zu verwirklichen – zur Not auch mit meinem eigenen Geld. Denn es ist dermassen wichtig für die Frauen dort und es brennt in meinem Herzen, ihnen zu helfen! Wir sind noch am Abklären, welche Voraussetzungen wir für dieses Projekt auf gesetzlicher Ebene erfüllen müssen, um nicht am Ende noch Schwierigkeiten zu bekommen. Wenn alles rechtzeitig klappt, startet das Projekt im Januar 2021.

Ich werde auch persönlich wieder mehr Zeit vor Ort verbringen, da ich meine berufliche Lage verändert habe und ich wieder mehr meinem Herzen folgen will und werde. An dieser Stelle auch noch ein ganz grosses Dankeschön an meine Frau Yvonne, die absolut hinter mir steht und mir den Raum gibt um mich selbst und auch dieses wunderbare Projekt bzw. diese wunderbaren Projekte zu verwirklichen!

Ein Gedanke zu “Beständigkeit & Wandel…

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