1 Jahr Tanzania (1/3)

Vor ziemlich genau einem Jahr sind wir in Tansania voller Tatendrang, Elan und Naivität angekommen. Wir dachten, mit der afrikanischen Mentalität bereits vertraut zu sein, doch wir waren blutige Anfänger und sind es in gewisser Hinsicht bis heute noch. In den folgenden drei Blogbeiträgen blicken wir zurück und greifen ein paar Themen auf, die uns in diesem Jahr besonders geprägt haben. Hier gehts zu Teil 2 und 3.

In diesem ersten Beitrag sehen wir uns die Veränderungen an unserer Anlage und Gebäuden an. Viel Schweiß und harte Arbeit haben uns die Renovationsarbeiten gekosten, doch es hat sich gelohnt – jetzt leben wir in einer kleinen Oase.

Als wir vor 12 Monaten in unser Haus einzogen, war insbesondere das für die Kinderschlafsäle geplante Haus in desolatem Zustand. Der Vermieter hatte die Renovierungen verschlafen und es schien nicht, als würde er sich bald an die Arbeit machen. Deshalb kümmerten wir uns selbst darum, mit der Abmachung, alle Ausgaben von der nächsten Miete abzuziehen.

Wir putzten die Räumlichkeiten, legten mühevoll einen Garten an und engagierten Handwerker, um ein liebevolles Zuhause für die Kinder zu schaffen. Bald merkten wir jedoch, dass so gut wie alle Handwerker keine Berufsschule o.ä. besucht hatten und entsprechend wenig von ihrem Fach verstanden. Man baut halt so, wie man es bei einem älteren Kumpel abgeschaut hat. Entsprechend sind die Ergebnisse nicht immer grandios. Zu ihrer Verteidigung muss erwähnt werden, dass die hier erhältlichen Materialien an Qualität zu wünschen übrig lassen. Was aber noch lange keine Entschuldigung ist, warum ein Türstock nicht gerade und im Winkel gemauert wird, Vorhänge ungleich lang genäht werden oder der Elektriker das Erdungskabel vergisst.

Wir standen also vor der Wahl: Entweder Handwerker anheuern, mit dessen Resultat wir höchstwahrscheinlich nicht zufrieden sein werden oder selbst anpacken. Wir entschieden uns für zweite Variante. YouTube lieferte uns Inspirationen und der Rest lernten wir durchs Tun.

Peter baute plötzlich Treppen, Kleiderschränke, Tische und Bänke als wäre er ein Schreiner. Schaukel, Hundehütte, Ziegenstall, Regenrinnen, all das gehört mittlerweile zu seinem Repertoire. Auch musste er den Fehler des Sanitäres beim Anschluss der Wasserpumpe ausbaden und kann mittlerweile auch Wasserleitungen verlegen.

Yvonne kaufte sich nach dem Frust mit den Vorhängen eine eigene Nähmaschine und näht seitdem Vorhänge, Stofftiere, Kleider, Hosen und Taschen selbst.

Die Umstände ließen uns über uns selbst hinaus wachsen. Nie hätten wir gedacht, dass wir das alles könnten. Und jetzt, da wir uns umschauen und lauter Selbstgemachtes sehen, erfüllt uns schon ein bisschen Stolz und v.a. Freude. Denn es ging uns nicht immer alles leicht von der Hand. Wie häufig haben wir geflucht, wenn es wieder mal nicht so ging, wie gedacht, das gekaufte Holz krumm und verdreht war, der Strom uns im Stich ließ oder wir einfach keine Lust mehr hatten. Doch wir blieben dran, haben uns durchgebissen und jetzt haben wir ein wunderschönes Zuhause, wo sich die Kinder und auch wir uns wohl fühlen. Dafür sind wir unendlich dankbar und freuen uns schon auf weitere DIY Projekte, in denen wir unsere Kreativität und Fähigkeiten weiter entdecken können.

Gartentisch
Eigene Gartenmöbel für Picknick im Freien

6 Gedanken zu “1 Jahr Tanzania (1/3)

  1. Wow!!!! Ja, da könnt ihr wirklich stolz auf euch sein. Durch euer Vorbild werden viele beeinflusst und motiviert. Sicher habt such viel von den Menschen vor Ort gelernt. Wünsche such weiterhin viel Gesundheit, Kraft under Gottes Segen über euch!
    Michaela

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    1. Liebe Michaela, vielen Dank für deine Nachricht. Ja, auch wir haben einiges von unseren neuen Freunden & Bekannten hier gelernt. Dazu ist der Teil 3 von dieser Blogserie geplant. Also dran bleiben und weiterlesen 🙂 Viele liebe Grüße, Yvonne

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  2. Liebe Yvonne,
    herzlichen Glückwunsch zu eurem kleinen Paradies und weiterhin so viel Mut und Energie, wie bisher.
    Viele Grüße aus dem Allgäu
    Sabine

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    1. Liebe Sabine,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Heute besuchen wir ein Geschwisterpaar (3 und 5 Jahre), die dringend ein neues Zuhause brauchen. Vielleicht Kandidaten für uns… Wit halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.
      Liebe Grüße
      Yvonne

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