Weihnachtsfest – so feiern wir

Dezember, 30° im Schatten, kein Glühwein, keine Plätzchen, keine nervende Weihnachtsmusik, die aus jeder Ecke ertönt. Wie soll da Weihnachtsstimmung aufkommen? So ging es uns dieses Jahr und wir waren so im Schuss, dass wir bis Mitte Dezember schlichtweg ignorierten, dass bald das große Fest der Liebe vor der Tür stehen würde.

Doch da wir jetzt Kinder im Haus haben, hat Weihnachten wieder eine ganz andere Bedeutung und Christkind und Weihnachtsmann sollten unbedingt Teil davon sein. Also backten wir mit den Kindern Klausenmänner bzw. Gritibänzen und bastelten Engel und Sterne.

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Auch Peter musste ran und er zauberte uns aus Holzplatten den allerschönsten und ökologischsten Christbaum, den man sich vorstellen kann. Eine empfehlenswerte Alternative zu den kitschigen Kunstchristbäumen und den gezüchteten Nordmanntannen. Leider kennen unsere neuen Nachbarn den Brauch vom Christbaum Loben nicht und so gibt es für den armen Peter kein Schnäpschen zum Fest.

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Nicht nur für die Kinder, auch für unsere Nannies ist unsere Art, Weihnachten zu feiern völlig neu und ungewohnt. Sie kennen weder den Brauch vom Christkind, noch einen Adventskranz, noch Plätzchen, noch Bescherung unter dem Baum, noch die Vorfreude der Kinder auf Heiligabend. Es blieb also an Peter und Yvonne etwas Stimmung ins Haus zu bringen und den Kindern vom Christkind vorzuschwärmen. Die Nannies beobachteten sie dabei bloß mit ungläubigen Blicken und sie schienen, die Welt nicht mehr zu verstehen.

Wie Zuhause in Deutschland, wollten wir hauptsächlich am Heiligabend feiern. Die Weihnachtsmesse ließen wir bewusst ausfallen. Ein gewöhnlicher Gottesdienst dauert hier rund drei Stunden. Wir rechneten damit, dass an Weihnachten der Pfarrer noch weniger als sonst schon zu einem Punkt kommen würde und sich die Messe ins Unendliche hinziehen würde. Wir erzählten den Kindern deshalb Zuhause die Geschichte von Jesus Geburt, sangen gemeinsam Weihnachtslieder und beteten. Unter dem Baum schauten wir uns alle zusammen auf YouTube die Weihnachtsgeschichte als Zeichentrickfilm an und die 8 Kinderaugen strahlten.

Mittags starteten wir unsere Feierlichkeiten mit einem Lagerfeuer im Garten. Die Kinder suchten zusammen mit Peter geeignete Stecken, um die wir dann Pizzateig wickelten -wir backten Stockbrot über dem offenen Feuer. Eigentlich gehören zu einem Lagerfeuer ja auch Cervelat oder sonstige Würste. Doch außer unser Allesesser Jovin mögen die Kinder keine Würstchen. Sie bevorzugen das zähe Fleisch vom Dorfmetzger. So gab es zum knusprigen Brot rohes Gemüse zum Knabbern und frische Ananas.

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Nach dem Mittagessen am Feuer waren die vier schon völlig erschöpft. Wir befürchteten schon, dass wir uns zu viel für den Weihnachtstag vorgenommen hatten. Doch da kam uns zugute, dass sie noch nicht richtig realisierten, was Weihnachten ist und was sie abends erwarten würde. Wie jeden Tag legten sie nach dem Essen zum Mittagsschlaf hin und alle schliefen wie Murmeltiere. Jedes europäische Kind hätte wahrscheinlich vor lauter Vorfreude auf den Abend kein Auge zugetan.

Abends waren also alle wieder ausgeschlafen und rausgeputzt fürs große Fest. Peter steigerte die Spannung, er habe soeben „Babu Christmas“, den Weihnachtsmann, gesehen. Er sei soeben aus dem Esszimmer gehuscht. Leise schlichen wir uns ins Esszimmer und da stand der schönste aller Christbäume mit Lichtern und Kugeln geschmückt. Mit großen Augen schauten wir uns alle an.

Nach dem Singen folgte die Bescherung. Die Mädchen waren als erste dran. Sie saßen da mit ihrem Geschenk auf dem Schoss und wussten gar nicht, was damit anzufangen. „Fungua – mach auf“, sagten wir und sie öffneten vorsichtig die Schlaufen. Am Geschenkpapier angelangt, stoppten sie wieder. Sie wussten nicht, wie man ein Geschenk auspackt. „Weiter, weiter“, drängten wir sie und dann kamen endlich die zwei Puppen zum Vorschein.

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Bei den Buben ging das ganze dann doch etwas flotter. Ratzfatz war das Papier weg und zwei coolen Pick-up Spielautos standen vor ihnen (liebevoll und mühevoll gebaut von Peter). Das Geschenkpapier wurde sofort auf die Ladefläche geladen und die Autos brausten mit den Fahrern Jovin und Brayton los. Die Mädchen banden sich ihre Puppen Angel und Mary mit einem Kanga auf den Rücken und schon waren sie ganz im „Mamafieber“.

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Spaghetti, Saft und gekaufte Kekse rundeten den Abend ab und kein Festessen hätte das toppen können. Die Kinder waren glücklich und zufrieden und fielen nach diesem langen Tag erschöpft ins Bett.

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Merry Xmas.

 

 

 

 

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